Ruhr-Uni-Bochum

Start der Vortragsreihe zu Vertrauen in digitalen Technologien

Beim ersten Termin der neuen Vortragsreihe des Research Center Trustworthy Data Science and Security wurden das interdisziplinäre Forschungsspektrum und zukunftsweisende Fragestellungen für eine immer digitaler werdende Gesellschaft vorgestellt.

Copyright: RUB, Kramer

Dr. Shyam Sundar von der Penn State University konnte als Speaker für die Eröffnung der Vortragsreihe gewonnen werden. Copyright: RUB, Kramer

Die Gründungsdirektoren des Research Center Trustworthy Data Science and Security. Copyright: Michel Lang

Ob die Überwachung an Flughäfen oder der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei Polizeieinsätzen: Der rasante technologische Fortschritt treibt die Entwicklung verschiedener intelligenter Systeme voran, die jedoch in ihrer Anwendung unterschiedlich stark in unsere Privatsphäre eingreifen. Wie gesellschaftliches Vertrauen in digitale Technologien geschaffen und formal garantiert werden kann, steht im Mittelpunkt der Forschung des Research Center Trustworthy Data Science and Security, welches in diesem Jahr gegründet wurde. Am Montag, 23. Mai 2022, fand auf dem Campus der Ruhr- Universität Bochum (RUB) das Eröffnungssymposium der neuen Vortragsreihe statt.

Zwei der Gründungsdirektoren des Research Centers, Prof. Dr. Nicole Krämer (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Emmanuel Müller (Technische Universität Dortmund), begrüßten in ihrer Eröffnungsrede interessierte Nachwuchswissenschaftler*innen und stellten die Ziele und inhaltlichen Schwerpunkte des Forschungszentrums vor. „Der Einsatz des Social Scoring Systems in Shanghai gilt als eines der fragwürdigsten Beispiele einer immer digitaler werdenden Gesellschaft und ist zugleich ein Beispiel für den Spannungsbogen zwischen digitaler Technologie und der gesellschaftlichen Akzeptanz“, beschreibt Prof. Krämer die Relevanz der gemeinsamen Forschung zwischen den Disziplinen der Gesellschaftswissenschaften, Datenwissenschaften und IT-Sicherheit. Auch wenn in Europa eine allgegenwärtige Überwachung und ein staatliches Bewertungssystem wie in China nicht realistisch erscheinen, so ist es wichtig zu erforschen, wie sich technische Innovationen nicht nur durchsetzen, sondern auch bei den Menschen auf Interesse und Akzeptanz stoßen können. Prof. Müller ergänzt: „Wir wollen neue digitale Anwendungen nicht einfach akzeptieren, weil sie technisch machbar sind, sondern daran forschen, wie wir den Menschen im Allgemeinen ermächtigen können, diese Technologien zu verstehen, zu bedienen, aber auch zu regulieren.“ Zugleich strebt das Research Center an, intelligente Systeme weiterzuentwickeln, um auch beweisbare Garantien zu schaffen, die das Vertrauen der Menschen in digitale Technologien stützen.

Als Speaker konnte für die Eröffnung der Vortragsreihe Prof. Dr. Krishna Gummadi vom Max-Planck-Institut für Softwaresysteme gewonnen werden. Er widmete sich in seinem Vortrag unter anderem der Frage, wie faire digitale Marktplätze entwickelt werden können und wie künstliche Intelligenz den öffentlichen Diskurs in den sozialen Medien beeinflusst. Im Anschluss folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Shyam Sundar von der Penn State University, der zum Thema „Vertrauenswürdige KI: Psychologische Spannungen zwischen Mensch und Maschine“ referierte. In einer abschließenden Postersession konnten die Nachwuchswissenschaftler*innen ihre eigenen Arbeiten einbringen und sich darüber austauschen.

In den nächsten drei Jahren wird das Research Center zwölf zusätzliche Professuren und Forschungsgruppen einstellen. Damit wird das Center umfassende Antworten auf drängende Zukunftsfragen geben und die Interdisziplinarität und die Internationalität der Universitätsallianz Ruhr weiter stärken.

Über das Research Center Trustworthy Data Science and Security
Seit 2007 arbeiten die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen unter dem Dach der Universitätsallianz Ruhr strategisch eng zusammen. Durch Bündelung der Kräfte werden die Leistungen der Partneruniversitäten systematisch ausgebaut. Unter dem Motto „gemein­sam besser“ gibt es inzwischen über 100 Kooperationen in Forschung, Lehre und Verwaltung. Mit mehr als 120.000 Studierenden und nahezu 1.300 Professor*in­nen gehört die UA Ruhr zu den größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstand­orten Deutschlands. Unter dem Dach der UA Ruhr befasst sich das Research Center „Trustworthy Data Science and Security“ mit der Vertrauenswürdigkeit von intelligenten Systemen in sicherheitskritischen Anwendungen. Zu den Gründungsdirektoren des Research Centers wurden ernannt: Prof. Dr. Nicole Krämer (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Emmanuel Müller (Technische Universität Dortmund), Prof. Dr. Christof Paar (Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre und Ruhr-Universität Bochum), Prof. Dr. Markus Pauly (Technische Universität Dortmund).

Allgemeiner Hinweis: Mit einer möglichen Nennung von geschlechtszuweisenden Attributen implizieren wir alle, die sich diesem Geschlecht zugehörig fühlen, unabhängig vom biologischen Geschlecht.