Ruhr-Uni-Bochum

Kryptowährung, aber sicher

Die Heinz Nixdorf Stiftung fördert die Forschungsgruppe von Clara Schneidewind mit 1,15 Millionen Euro.

Copyright: Niklas Grimm

Mit der Blockchain-Technik verhält es sich so wie mit fast jeder neuen Entwicklung: Sie bringt neue Möglichkeiten, birgt aber auch manches Risiko. CASA-Principal Investigator Clara Schneidewind nimmt mit der Heinz-Nixdorf-Forschungsgruppe für Kryptowährungen und Smart Contracts am Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre diese spezifisch in den Blick. Die Heinz Nixdorf Stiftung fördert die Gruppe nun seit September 2021 mit 1,15 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre.

Dabei ist der gesellschaftliche Nutzen für Clara Schneidewind ein wichtiger Antrieb, sich der Blockchain und den dazugehörigen Anwendungen zu widmen. „Anfangs hat mich vor allem die mathematische Herausforderung gereizt, die gesellschaftliche Relevanz ist als Motivation aber immer wichtiger geworden“, so Schneidewind.

Was bedeutet Sicherheit in der Blockchain?

Mit der Blockchain lassen sich Transaktionen transparent und dezentral abwickeln. Ein Konto etwa wird dabei nicht mehr gebündelt von einer Bank verwaltet, sondern verteilt auf vielen Rechnern weltweit: Sie alle speichern die notwendigen Daten, damit für alle nachvollziehbar ist, wer welche Summe einer Kryptowährung besitzt. Was aus Misstrauen gegenüber etablierten Institutionen entstanden ist, bringt aber neue Anforderungen an die Datensicherheit und den Datenschutz mit sich. Für Finanztransaktionen und Produkte, wie Überweisungen, Geldanlagen und Kredite, müssen neue Programme geschrieben werden. Dabei können Fehler gemacht werden, die zu Sicherheitslücken führen. „Wenn es um Kryptowährungen geht, sind diese Sicherheitslücken für Angreifer besonders interessant, weil da viel Geld zu holen ist“, sagt Clara Schneidewind. Dem Team geht es aber nicht nur darum, konkrete Angriffspunkte in Blockchain-Programmen aufzuspüren und zu schließen. Die Forschenden stellen auch grundsätzliche Fragen, zum Beispiel danach, was Sicherheit für solche Programme überhaupt bedeutet. Denn die besonderen Eigenschaften der Software, wie die dezentrale Arbeitsweise, erfordern andere sicherheitstechnische Anforderungen als bei herkömmlichen Programmen. Sie lässt sich gegen Zugriffe von außen eben nicht so hermetisch abschotten. 

Neben der Sicherheit und dem Datenschutz gibt es bei der Blockchain-Technik weitere offene Fragen: Eine Blockchain wird immer auf den Rechnern aller Nutzerinnen und Nutzer gespeichert und alle Rechner müssen alle Änderungen in aufwendigen Rechenoperationen mitmachen. Das braucht Speicherplatz, Rechenzeit und eine Menge Energie. Die Blockchain schafft daher derzeit nur sieben Transaktionen pro Sekunde, während die Kreditkartengesellschaft Visa in der gleichen Zeit, 1000 Geldgeschäfte abwickelt. Clara Schneidewinds Gruppe sucht also nach Wegen, die Vorteile der Blockchain zu nutzen und die Nachteile abzumildern.

Die zunehmende Bedeutung von Kryptowährungen und der Blockchain-Technik für alltägliche Prozesse sind für Clara Schneidewind die Motivation sich der Forschung zu widmen: „Ich finde es wichtig zu erforschen, was die Technik heute kann – im Guten wie im Schlechten. Nur dann kann die Gesellschaft eine informierte Entscheidung treffen, wie sie die Technik nutzen will.“

Über die Stiftung
Die Heinz Nixdorf Stiftung unterstützt Projekte in der Bildung, insbesondere in der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet moderner Technologie, in der Wissenschaft, vor allem in der Informationstechnik, in der Gesundheitsförderung und im Sport. Die Zwecke der Stiftung werden primär in Kooperation mit anderen gemeinnützigen Institutionen verwirklicht.

Autor: Peter Hergersberg

Allgemeiner Hinweis: Mit einer möglichen Nennung von geschlechtszuweisenden Attributen implizieren wir alle, die sich diesem Geschlecht zugehörig fühlen, unabhängig vom biologischen Geschlecht.