Christof Paar (CASA Hub Coordinator; Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Sicherheit und Privatsphäre) und Gregor Leander (CASA PI, Fakultät für Informatik der Ruhr-Universität Bochum) wurden auf der diesjährigen Conference on Cryptographic Hardware and Embedded Systems (CHES) mit dem Test of Time Award ausgezeichnet. Der Preis würdigt ihre gemeinsam mit sechs weiteren Autoren verfasste Publikation „PRESENT: An Ultra-Lightweight Block Cipher“, die auf der CHES 2007 vorgestellt wurde. Die CHES 2026 findet vom 11. bis 15. Oktober in Antalya (Türkei) statt.
PRESENT wurde speziell für extrem ressourcenbeschränkte Geräte mit geringem Energiebedarf entwickelt, beispielsweise RFID-Tags und Sensorknoten. Auf solchen Geräten verursachen etablierte Verschlüsselungsverfahren wie AES einen zu hohen Ressourcenaufwand. Bei der Entwicklung von PRESENT standen daher sowohl die Sicherheit als auch die Hardwareeffizienz gleichrangig im Mittelpunkt. Im Jahr 2012 wurde die Chiffre in die internationale Norm ISO/IEC 29192-2 aufgenommen; die Norm wurde 2025 erneut bestätigt. Die Publikation wurde mehr als 4.300-mal zitiert. Bereits 2010 erhielten Christof Paar, Gregor Leander und Axel Poschmann für PRESENT den Deutschen IT-Sicherheitspreis der Horst Görtz Stiftung.
„Die Idee, eine Chiffre zu entwickeln, die so klein wie möglich ist, anstatt sie auf maximale Geschwindigkeit auszulegen, war 2007 unkonventionell. Es hat uns alle überrascht, dass die Veröffentlichung von PRESENT ein völlig neues Forschungsgebiet angestoßen hat: die Lightweight-Kryptografie“, sagt Christof Paar.
Das Forschungsgebiet hat sich seitdem weltweit in der Standardisierung etabliert: 2025 veröffentlichte das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) einen Standard für Lightweight-Kryptografie für ressourcenbeschränkte Geräte.
Original publication: Bogdanov, A., Knudsen, L. R., Leander, G., Paar, C., Poschmann, A., Robshaw, M. J. B., Seurin, Y., Vikkelsoe, C.: PRESENT: An Ultra-Lightweight Block Cipher. CHES 2007, LNCS 4727, pp. 450–466. https://doi.org/10.1007/978-3-540-74735-2_31
Allgemeiner Hinweis: Mit einer möglichen Nennung von geschlechtszuweisenden Attributen implizieren wir alle, die sich diesem Geschlecht zugehörig fühlen, unabhängig vom biologischen Geschlecht.